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Not so quick, but dirty LavViR!

Bis jetzt…

In der letzten Zeit kamen fuer uns beide nur zwei Unterkuenfte zum Einsatz:
Der Laufbursche CubenTanzpalast oder ein 3×3 Tarp.

Laufbursche CubenTanzpalast,
recht grosses Nordisk-Flat-Tarp (603g).

Idee und Planung…

Ein Unterschlupf, der ein wenig mehr Privatsphaere/Wetterschutz bietet und vielleicht auch noch ein wenig groesser als der Tanzpalast ist, waere ja auch mal nett, oder?

Die ersten Gedanken kreisen um eine asymmetrische Pyramiden-Form (es existieren jetzt schon drei verschiedene Papiermodelle im Massstab 1:10!), aber irgendwie….

Erst ein Bild eines Zeltes in Tipi/Lavvu-Form bringt unsere Planungen dann ein Stueckchen weiter:
Die Suchmaschine unseres Vertrauens spuckt in ihrer Bildersuche dann doch einige huebsche Anschauungsobjekte zum Vorschein. Nach kurzer Diskussion beschliessen wir, das es nen Lavvu wird!

Mit Bleistift, Zirkel, Geodreieck und Lineal entsteht dann fix die erste Zeichnung. Aber wie lang sind denn jetzt nun die Seiten???? SYN(), COS() und TAN() sind bei uns beiden doch schon ein paar Jaehrchen her. Wenn das mal kein Grund ist, unsere angestaubten Kenntnisse mal ein wenig aufzufrischen!
Die 2m Stangehoehe der Discounter-Tarp-Stange und Ausnutzung fast der gesamten Stoffbreite sind die Grundlagen, anhand derer wir die Abmessungen erraten…

Die Zahlen sind gewuerfelt!!!!

Materialauswahl…

Zum Glueck finden sich in unserer Grabbelkiste dann so einige „Zutaten“, um einen Prototypen zu wagen, (fast) ohne Material ordern zu muessen.

  • einige laufende Meter SilPoly (90g/qm)
  • ein wenig PU-Zeltboden (120g/qm?)
  • 15mm Gurtband
  • Aquaquard 3C Reissverschluss
  • 2mm PE Schnur
  • Kabelbinder
  • 2 Tankas
  • Stahlstange vom Tarp eines Discounters

…and Cut!

Benoetigt eine solche Zeltform eigentlich einen Cat-Cut?

Sicher sind wir uns nicht, aber versuchen wollen wir es dann doch – kurzerhand dann Pi-mal-Daumen 2cm pro laufenden Meter Stofflaenge (aufgerundet auf den naechsten vollen cm) beschlossen und einen „Schablonenstreifen“ basteltn, um es beim Zuschneiden dann leichter zu haben.
Kennt von Euch noch wer die Endlospapierstreifen aus den Nadeldruckern? Hier ist es Papier von einer Rolle – danke Ikea!

Cat-Cut-Schablone

Anzeichnen der Stoffbahnen

Nun heisst es, auf dem Boden herumkriechen um die Stoffbahnen anzuzeichnen und auszuschneiden…. Wohl dem, der einen grossen Schneidetisch hat!

Die Form der Luefter macht uns noch ein wenig Kopfzerbrechen, aber irgendwann entscheiden wir, das wir zwei gegenueberliegende Bahnen im oberen Bereich gerade abschneiden und die Kante dann um-, sowie breitere Stoffstuecken (die spaeteren Luefter) annaehen. Hat funktioniert, auch wenn es nicht perfekt aussieht…

…naehen… oder: Doppelte Kappnaehte? Was ist das?

Da wir beide bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Erfahrung mit dem Naehen von Kappnaehten haben, naehen wir erst mal eine kleine Probenaht auf einem Reststueck…. Sieht doch ganz gut aus, also wagen wir uns an die grossen „Lappen“!
So ein Haufen Stoff ist halt doch was anderes als nen handlicher Rucksack – mehr als einmal verirrt sich die Naehnadel auf Stoffstuecke, die eigentlich gar nicht dafuer vorgesehen sind. Besonders als zum Schluss die Verstaerkungen aufgenaeht werden. Und warum sind die beiden zuletzt geschnittenen Bahnen eigentlich auf je einer Seite 12cm zu kurz? Die vielfarbigen Flueche geben wir hier jetzt nicht wieder!

Vom Naehen gibt es keine Photos zu sehen – Auch nicht auf Nachfrage!

ULTFWT

Kurz bevor es zum Wintertreffen des Forums geht, naehen wir noch eben schnell die letzten Verstaerkungen und Abspannpunkte an. Schliesslich soll uns das LavViR als Unterkunft dienen.
Im frostigen Kaltenwestheimer Wind dann der Probeaufbau: Mit Muehe und Not klopfen wir rundherum die Heringe in den hartgefrorenen Boden, dann schnell die Stange aufstellen, aber irgendwie will das nicht so richtig, also zupfen wir ein paar Heringe. Zweiter Versuch mit stehender Stange und helfenden Haenden!
Irgendwie verhaelt sich unsere Unterkunft in spe aber sehr stoerrisch – der Blick ins Innere gibt Gewissheit: Die Tarpstange der Muelheimer Discounter Brueder praesentiert sich uns stolz in V-Form.
Also packen wir alles wieder zusammen, bauen den Tanzpalast wieder auf und verschieben den Aufbau auf spaeter…

…steht….

Nach kurzer Recherche im Netz bestellen wir dann 2x 1 Meter 20mm Carbon-Rohr, ein passendes carbon-Stueck als Steckung, der Baumarkt steuert zwei Endstopfen bei… (ein wenig ueberdimensioniert – insgesamt 198g)

Denkt Euch das jetzt mal faltenfrei! *hust*

mit grosszuegigem Eingangsbereich
…geraeumig!
Und auch mit 1.9+m mehr als genuegend Platz!

Fazit

  • Rechnen statt schaetzen!
  • Vorm Schneiden lieber mal nachmessen…
  • 4 Haende sind beim Naehen doch echt von Vorteil
  • Gekaufte Tarpstangen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren
  • dicke Nadeln hinterlassen grosse Löcher im SilPoly!
  • Cat-Cut – an den langen Naehten weniger, an den Unterkanten wenigstens etwas!

Gewichtiges

  • Zelt incl. Abspannleinen 1370g
  • Stange 20x2000mm Carbon 203g
  • Packbeutel 54g

Die naechste Stoffbestellung geht jetzt raus – das ganze war ja als Prototyp gedacht!

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